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erste Liebe in Fürth

Liebe Fürther,

als Redakteur der Neuen Havanna Zeitung berichte ich ja schon seit längerem über weltbewegende Dinge und Vorkommnisse dieser Welt. Es macht mich traurig ihnen nicht öfters eine lustige, erheiternde und lächelnde Geschichte erzählen zu können ( ich denke immer noch mit Grauen an die armen Riesenkröten und die Asylgiraffen Artikel in der NHZ) . Aber gestern abend passierte solch eine Begebenheit der netten, heterosexualen Kontaktaufnahme.weiter...

Ich fuhr den Fürther Theaterberg hinunter, das Tempo war atemberaubend, die Sonne strahlte mich an, ein Ömachen fuhr direkt vor mir. Lichthupe und wildes Gestikulieren brachten gar nichts. Das Ömachen machte den Weg einfach nicht frei. Gentleman, der ich nun einmal bin, überholte ich mit einem Klingelkonzert in a-Dur besagtes Ömachen. Noch gans aufgeregt ob der guten Tat sah ich für einen Sekundenbruchteil die Gabelung vor mir. Rechts oder links, ich musste mich entscheiden, geradeaus befand sich ein ungeerntetes Maisfeld. Spontan und richtungsweisend nahm ich die Abzweigung nach rechts. Wohlwissend, dass diese mich meinem Ziel näherbringen würde. Im Moment des Abbiegens, ein winzig kleiner Moment, erblindete ich förmlich. Eine Frauengestalt der überirdischen Art kreuzte meinen Weg. Geblendet, erblindet, erflammt spürte ich ihren Atem immer näherkommend. Ausweichversuche waren, nach kurzer Berechnung meinerseits, zwecklos. Ich knallte in ihr Vorderrad. Um ihr gleich den eigenen Schrecken zu nehmen, schrie ich wie am Spiess, machte einen Salto (Haltungsnoten 5.8-5.9 bei einer Schwierigkeitsstufe von 2.2; Insider wissen wovon ich spreche) und landete souverän im Weizen, äh im Maisfeld. Das Lied "Ein Bett im Kornfeld" schoss mir adlergleich durch mein Hirn. Aus dem Off vernahm ich Beileidsbekundungen. "Wie gehts Ihnen?" "Hammse sich weh getan?" "Kann (alt. soll) ich helfen kommen?" Doch meine Gedanken kreisten einzig um die gigantisch schöne Unbekannte. "Mir gehts gut," antwortete ich meinen Fragestellern sogleich, " aber wie gehts meiner Bekanntschaft?" "Nichts passiert, alles in Ordnung," hörte ich ihre engelsgleiche Stimme, Harfentöne umschwirrten mein Brain. Auf seltsame Art und Weise war ich der glücklichste Mensch hernieden. Gepardengleich sprang ich wieder auf meine Beine um mich, über den wahren Gesundheitszustand meiner neuen Bekanntschaft, zu informieren ( mein Reportergen lässt sich einfach nicht ausschalten). Aber was ich sah beglückte mich keineswegs. Ihr Häxchen war diametral zu ihrer Körperachse in die Fahrräder verwoben. Mit einem Lächeln meinte sie nur: " Ich bräuchte deine Hilfe um hier wieder rauszukommen." " Hast du dir nicht weh getan?" säuselte ich. " Nur deinen starken Arm müsstest du mir leihen, ansonsten gehts mir gut." Ihre Augen blitzten, ihr Mund strahlte, ihre Haut war samtweich. Mit einem flotten Handgriff befreite ich sie schmerzlos aus ihrem Gewebe. "Alles gans?" fragte ich nocheinmal. "Alles okay, nichts passiert." Ihre Stimme betörte mich. "Willst du meine Telefonnummer haben?" sprach ich allen Mut zusammennehmend. " Nein, ist schon gut." Blickte auf ihre Uhr und merkte, dass sie sich verplappert hatte. Ich musste blitzschnell handeln. "Sollte noch etwas sein, so triffst du mich jeden Montag um diese Zeit hier an." "Also immer um 19 Uhr." Sagte sie und fuhr mit einem Lächeln von dannen.

Liebe Leserinnen, das wird ne lange Woche. Meine Freunde haben sich über meine Fahrradkünste schier scheckig gelacht, aber unter uns, die Technik ist nicht die verkehrteste. In einem gemeinsamen Moment der explodierenden Emotionen, finden Menschen unterschiedlicher Geschlechter viel leichter zusammen.

Stimmts, holde Unbekannte. Nicht vergessen, nächste Woche: selber Ort,- selbe Zeit.

12.6.07 21:51
 


bisher 3 Kommentar(e)     TrackBack-URL


papperlapapp (12.6.07 23:00)
Ja, ist das schön, wenn man soooooo träumen kann!
Ich wünsche dem Redakteur viele solcher Wunschträume, sie sollen sich nicht erfüllen, denn dann wären es ja keine Träume mehr. Sie würden wie Seifenblasen zerplatzen und das wäre schade.
Das Schönste am Träumen ist ja, dass man immer weiter träumen kann, also noch viele solche und ähnliche Träume!


(13.6.07 10:51)
@ papperlapapp

der Traumgehalt war ein geringer,
dafür der Realitätsgehalt ein hoher.

Meister Jeder bericht nur über Dinge die passiert sind oder passieren werden.

Meister Jeder, auf der Suche nach der Unbekannten


femminile (13.6.07 11:19)
ob "passiert" oder "...passieren werden" träum schön weiter...

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